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FWG: Verheerende Bilanz im Willersinnfreibad ist das Ergebnis desaströser Bäderpolitik von CDU und SPD


Feriengeschäft ins Wasser gefallen.

Nur knapp 36 000 Gäste haben in diesem Sommer das Freibad am Willersinnweiher besucht. Für die Bilanz der städtischen Einrichtung ist das verheerend. Ludwigshafens Sportdezernent Wolfgang van Vliet (SPD) spricht von der bislang schlechtesten Saison seit Eröffnung des Freibades.

SchwimmerbildNichts für Sonnenanbeter: Nur leidenschaftliche Schwimmer können der gähnenden Leere im Freibad etwas abgewinnen. Sie haben viel Platz, um ungestört ihre Bahnen zu ziehen. FOTOS: KUNZ-HARTMANN

 

 

Mitte Mai wurde die Saison im Freibad eröffnet, bis Ende vergangener Woche wurden lediglich 35. 456 Besucher gezählt, zieht van Vliet eine vorläufige Bilanz. Statt der erwarteten Einnahmen von 171.000 Euro, wie sie im städtischen Haushalt eingeplant waren, klingelten nur rund 80.000 Euro an Eintrittsgeldern in der Freibadkasse.

Weniger als die Hälfte der Summe, die sich der Kämmerer von einem durchschnittlichen Sommer erhoffen kann.

Der Sportdezernent spricht von bisher nur einem einzigen guten Wochenende mit zwei richtigen Sonnentagen und über 2700 Besuchern. In durchschnittlichen Jahren könne man mit vier guten Wochenenden und dann zwischen 7000 und 9500 Gästen rechnen. Solche Besucherzahlen brauche man, damit sich der Betrieb des Bades einigermaßen lohnt und der Zuschussbedarf nicht zu hoch wird, erläutert der Sportdezernent.

Nach seiner Statistik war bisher der Sommer im Jahr 2007 besonders enttäuschend in Sachen Sonnenstunden und Besucherzahlen. die laufende Saison hingegen toppt diesen Negativrekord noch um einiges. Vor vier Jahren gab es immerhin noch 15 Tage, an denen jeweils mehr als 1000 Schwimmer das Bad besuchten. In den vergangenen Wochen waren es gerade mal acht Tage mit über 1000 Besuchern.

An eine deutliche Verbesserung der Bilanz in den letzten Wochen der Saison glaubt van Vliet nicht mehr: "Die Sommerferien sind rum, und das Feriengeschäft ist gründlich ins Wasser gefallen." Der Bäderchef geht davon aus, dass das Freibad wie gewohnt Mitte September seine Pforten schließt und auch der Spätsommer keinen Besucheransturm mehr auslöst.

Das Hallenbad in Ludwigshafen-Süd hat derweil nach einer sechswöchigen Schließung wegen alljährlicher Reparaturarbeiten wieder geöffnet. Solange die Vereine noch im Freibad trainieren, können Schwimmer hier oft bis weit in den Abend ihre Bahnen ziehen.

Von Christiane Vopat
Quelle: Rheinpfalz vom 08.08.2011


Zur Sache: Verregneter Sommer treibt Badegäste in die Sauna

Das wechselhafte Wetter hat den sommerlichen Betrieb in den Kreisbädern in Mutterstadt und Schifferstadt auf den Kopf gestellt. Wegen der niedrigen Temperaturen und des häufigen Regens treibt es die Besucher deutlich seltener in die Schwimmbecken als sonst - dafür aber immer öfter in die Sauna.

„Einen so schlechten Juli hatten wir im Aquabella in Mutterstadt noch nie", berichtet Ria Warmbrunn, Referatsleiterin Sport und Bäder bei der Kreisverwaltung. Gerade einmal 13.500 Gäste seien dort im Juli gezählt worden. Im Durchschnitt der vergangenen Jahre habe diese Zahl bei rund 19.000 Besuchern gelegen. „Im Rekordjahr 2006 hatten wir sogar mehr als 32.000 Besucher", erzählt sie. Immerhin sei der verhältnismäßig warme Mai mit 10.700 Badegästen recht gut ausgefallen. Vollkommen anders gestalte sich die Lage in der Sauna. „Hier hatten wir mit 1600 bis 1700 Besuchern so viele Kunden wie noch nie im Juli", informiert die Fachfrau. Im Durchschnitt suchten rund 1300 Leute dort Entspannung.

„Gut ist, dass wir seit der Sanierung vor neun Jahren über ein Kombibad verfügen, die Menschen also bei schlechtem Wetter notfalls immer noch ins Hallenbad gehen können", sagt Warmbrunn. Denn bei einem Wechselbetrieb wie früher, bei dem im Winter ausschließlich das Hallenbad und im Sommer ausschließlich das Freibad geöffnet war, hätte das Mutterstadter Kreisbad angesichts des gegenwärtigen Wetters dieses Jahr bereits an einigen Tagen komplett geschlossen werden müssen. „Reine Freibäder trifft dieses Wetter daher sicherlich wesentlich härter als unsere Kreisbäder, bei denen es sich ausnahmslos um Kombibäder handelt", erläutert sie.

Im Kreisbad in Schifferstadt sieht die Situation ebenso ungünstig aus wie im Aquabella, Warmbrunn zufolge sogar noch ein Stückchen schlechter. Mit 5500 bis 6000 Badegästen im Juli seien hier ebenfalls deutlich weniger Badegäste gekommen als im Sommerbetrieb üblich.

Normalerweise verzeichne das Kreisbad in diesem Sommermonat rund 10.000 Besucher. „In Schifferstadt macht sich neben dem Wetter auch noch die Ferienzeit bei den Besucherzahlen bemerkbar", erläutert sie im Hinblick auf das benachbarte Paul-von-Denis-Schulzentrum. Denn von dort kämen normalerweise viele Schüler zum Schwimmunterricht oder aber auch nach der Schule, in ihrer Freizeit, ins Kreisbad. Zudem falle während der Ferien der gesamte Vereinsbetrieb weg. Doch auch in Schifferstadt falle der Saunabesuch dafür mit bislang 608 Gästen überdurchschnittlich gut aus. Normalerweise liege diese Zahl bei rund 550 Besuchern. (mamü)

Quelle: Rheinpfalz vom 08.08.2011

„Wir schimpfen ja gar nicht"

Interview: Michael Elster zur geplanten Sanierung des Badeparks in Haßloch, Aqua-Jogging für Rentner und den Umbau des Kreisbades in Maxdorf

Ludwigshafen. Der Haßlocher Badepark soll für 8,5 Millionen Euro ausgebaut und saniert werden. Wird das Vorhaben realisiert, entsteht in unmittelbarer Nähe zum Rhein-Pfalz-Kreis ein attraktives Ausflugsziel für Wasserratten. Ob 550 Quadratmeter Saunalandschaft oder ein Außenbecken mit wohlfühlwarmen Salzwasser ausreichen, um den vier Kreisbädern Konkurrenz zu machen, darüber spricht Erster Kreisbeigeordneter Michael Elster (CDU).

Eine neue Schwimmhalle, Saunalandschaft, Solebecken und zwei große Rutschen: Herr Elster, graben die Haßlocher den Bädern im Rhein-Pfalz-Kreis das Wasser ab?

Insgesamt sehe ich das nicht. Natürlich leben wir hier in einer verdichteten Region mit guten Angeboten - auch im Badebereich. Eine gewisse Konkurrenzsituation sehe ich zu unserem Bad in Schifferstadt. Allerdings sind die Zuschnitte beider Bäder ganz unterschiedlich. Das Haßlocher Bad ist mehr ein Spaßbad, das Schifferstadter eines für Schwimmer.


Dann ist aber doch das Mutterstadter Aquabella als Spaßbad in Gefahr?

Nein. Das ist zu weit weg von Haßloch. Die einzigen Kreisbewohner, die da eine Art Zwitterstellung einnehmen, sind die Böhl-Iggelheimer. Da kann es uns schon passieren, dass wir einige nach Haßloch verlieren.

Wie sind denn die Erfahrungen mit der recht neuen Konkurrenz aus Speyer, dem Bademaxx?

Da spüren wir eine leichte Bewegung, allerdings in zwei Richtungen. Während Familien aus Schifferstadt das Spaßangebot in Speyer nutzen, kommen Speyerer nach Schifferstadt, um in Ruhe ihre Bahnen zu ziehen. Im Übrigen: Römerberg - obwohl es nur ein kleines Bad ist - hat sich bislang gut neben Speyer behauptet.

Können Sie etwas gegen die Haßlocher Pläne tun?

Das ist nicht meine Aufgabe. Die Einschätzung, wie viele Bäder mit welcher Charakteristik die Region braucht, liegt allein beim Land.

Mittlerweile wird aber doch schon regional abgestimmt, ob eine Gemeinde einen kleinen Supermarkt ansiedeln darf oder nicht. Da wird also nicht gerade jeder ein Schwimmbad bauen dürfen, der Lust dazu hat.

Das ist richtig. Deshalb gibt es eine Sportstättenberatungsstelle. Die hat ein Auge auf die Bäderdichte einer Region. Und ich weiß, dass die Haßlocher mit ihr in Kontakt stehen. Über diese Stelle und über den 40-prozentigen Landeszuschuss hat Mainz Einfluss darauf, wer Schwimmbäder bauen kann und wer nicht. Haßloch baut ja auch nur, wenn es diesen Zuschuss erhält.

Darf der Rhein-Pfalz-Kreis denn überhaupt auf Haßloch schimpfen? Er ist schließlich mit seinen vier Bädern selbst ziemlich üppig ausgestattet ...

Erstens schimpfen wir ja gar nicht. Zweitens bin ich nicht der Meinung, dass wir üppig ausgestattet sind. Vier Bäder für 150.000 Einwohner - das ist nicht üppig, das ist angemessen. Wir haben ein auf den Bedarf im Kreis abgestimmtes Angebot - und das, seit Landrat Paul Schädler die Bäder in seiner Amtszeit zur Kreissache erklärt hat. Dabei muss man auch beachten, dass sie zu 50 Prozent von Schulen und Vereinen genutzt werden.

Das heißt?

Dass sie sehr gut ausgelastet sind. Und wir haben noch eine weitere Gruppe, die immer mehr die Bäder nutzt. Das sind die Senioren, die nicht gerne weite Wege zurücklegen. Es gibt immer mehr Angebote wie Aqua-Jogging oder Aqua-Gymnastik. Und Bewegung im Wasser gehört ja zu den gesündesten Bewegungsformen bis ins hohe Alter. Das fördern sogar die Krankenkassen.

Was kostet den Kreis der laufende Betrieb seiner vier Bäder pro Jahr?

Das Defizit bei den laufenden Betriebskosten beträgt knapp 1,2 Millionen Euro. Wovon die Sitzgemeinden 20 Prozent tragen. Die Nettobelastung des Kreises beläuft sich also auf rund 950.000 Euro. Hinzu kommen Abschreibungen in Höhe von 784.000 Euro.

Es sind jetzt alle Bäder ziemlich neu saniert. Trotzdem: Kann und will man sich das auf Dauer leisten, wenn die Konkurrenz immer stärker wird?

Die vier Bäder sind Teil einer attraktiven Infrastruktur des Kreises. Es sind jedoch keine großen neuen Maßnahmen mehr geplant. Nur in Römerberg muss die Sanierung noch abgeschlossen werden.

Und die Arbeiten in Maxdorf? Wie weit sind Sie da inzwischen?

Wir sind gut voran gekommen. Gerade wird gefliest. Dann ist noch ein großer Brocken zu bewältigen: der Außenbereich für rund 600.000 Euro. Die Arbeiten sollen in der kommenden Bauausschusssitzung Ende des Monats vergeben werden.

Aber es bleibt jetzt alles im Kostenrahmen?

Wir liegen voll drinnen. Bei der Vergabe der Saunaeinrichtung und der Umkleideanlage haben wir mit 326.000 Euro sogar eine Punktlandung geschafft.

Und wann wird endlich eröffnet?

Im Spätherbst. Wir tun alles, damit wir das hinbekommen.

Interview: Britta Willeke
Quelle: Rheinpfalz vom 08.08.2011

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